Die Reisebegleitung auf der Grand Tour

Es gab viele Reisende, die wollten außerdem nicht allein auf die Grand Tour gehen. So war es gerade in England üblich, sich einen Tutor auszuwählen. So wurde der Reisebegleitet in der Regel genannt. Doch es konnte sich dabei auch um einen Governor oder einen Bearleader handeln. Die Wahl dieser Person konnte in sofern schwierig sein, da gewisse Voraussetzungen schon erforderlich waren. Neben einer entsprechenden Bildung war es natürlich auch wichtig, über Organisationstalent zu verfügen. Eine weitere Voraussetzung, um eine Person auf ihrer Grand Tour zu begleiten, war Besitzen sehr intensiver Kenntnisse von Sprachen. Vor allem aber wurde bei der Auswahl eines entsprechenden Reisebegleiters darauf geachtet, dass dieser über ein gewisses Maß an Umsicht und an Reife verfügt. Schließlich konnten ja auf so einer Reise erhebliche Gefahren auf die jungen Leute lauern, sei es beispielsweise finanzieller Art. Sehr bekannt war als Tutor zu dieser Zeit Thomas Hobbes. Dieser war als Mathematiker sowie als Staatstheoretiker und als Philosoph sehr bekannt geworden. Das Hauptwerk von ihm war Leviathan.

Begleitet hat er mit seinem reichen Schatz an Erfahrung den Sohn von Lord Cavendish, der im Jahr 1610 auf seine Grand Tour ging.

Je wohlhabender eine Familie war, deren Sohn auf Reisen ging, desto mehr wurde dieser von Personal begleitet. Mitunter war sogar ein Arzt auf Reisen dabei. Hatte jedoch die Reise das Ziel, eventuell vielleicht etwas Kunst mit nach Hause zu bringen, so konnte schon einmal ein Experte der Kunst dieser Grand Tour beiwohnen. Allerdings gab es eben auch die eher seltenen Fälle, dass sich beispielsweise adlige Damen auf eine Reise nach Italien begaben. Ihnen zur Seite gestellt wurde eine Anstandsdame, bei der es sich in der Regel um eine Cousine handelte. Es konnte jedoch auch eine Tante auf dieser Reise an der Seite dieser Dame sein, wobei die Tante allerdings unverheiratet war.