Die Ziele der Grand Tour



Wie zu damaliger Zeit und zu heutiger Zeit werden und wurden Kinder erzogen. War diese Phase abgeschlossen, so begaben sich die Söhne auf die Grand Tour. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Söhne ja ein gewisses hohes Maß an Bildung erhalten. Nun sollte sozusagen der „Feinschliff“ erfolgen. So wurden mit der Grand Tour ganz viele Ziele verbunden.

  • Ganz besonders wurde dabei Wert darauf gelegt, sich der Kunst zu widmen. Zu dieser Zeit gab es eine Vielzahl von europäischen Städten, die für ihre besonderen Kunsterlebnisse sehr berühmt waren. Gerade Europa war für einen großen Reichtum an Kunst bekannt. Der Blick auf die Kunst in Form von Baudenkmälern konnte hierbei sogar bis in die Antike zurückführen. Doch waren auch das Mittelalter und die Renaissance Gegenstand der wertvollen Baudenkmäler. Natürlich sahen sie sich dabei auch in den faszinierenden Landschaften der europäischen Länder um. Vielfach trafen sie während dieser Zeit auch noch auf Fürstenhöfe, denen sie einen Besuch abstatteten.
  • Von Bedeutung war das Ziel, dass die Reisenden mit dem Wesen der Länder im Hinblick auf die Kultur und von Bräuchen vertraut gemacht werden sollten. So wurden also ganz neue Erfahrungen gemacht, denn die Theorie ist eines und das Praktische das andere. Durch das Kennen lernen neuer Personen, die mit unter wichtige Positionen einnahmen, konnten natürlich auch Gespräche in der landeseigenen Sprache geführt werden. Dadurch wurden die bisher erworbenen Kenntnisse über die jeweiligen Sprachen noch vertieft. Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Erziehung waren die Manieren, die junge Adlige bei der Wahrnehmung ihrer künftigen Aufgaben vorweisen mussten. Während ihrer Reisen hatten diese somit Gelegenheit, weitere Manieren beziehungsweise weitere Feinheiten dazu zu lernen. Schließlich mussten diese ebenso weltläufig sein sowie Status und Prestige besitzen.
  • Von besonderer Bedeutung war für die Adligen ab der Renaissance die Kunst des Fechtens. Gerade Italien und Frankreich waren für seine Fechtkünste bekannt. So blieb es nicht aus, dass Stunden bei den Meistern dieses Fachs nicht fehlen durften. Schon in ihrer Heimat wurden den Reisenden viele Informationen vermittelt, wenn es um Waffen ging. Ihre Kenntnisse konnte sie daher auf den Reisen erheblich erweitern.
  • Ein weiterer Aspekt, über den nicht unbedingt gesprochen wurde, war die eventuelle Möglichkeit des Heiratens. Alles war auf dieser Reise oder am Reiseziel möglich: sei es den Kontakt zum weiblichen Geschlecht herzustellen oder vielleicht eine Heiratskandidatin zu finden.
  • Nun gab es noch die Form der älteren Reisenden, die aus vielen verschiedenen Gründen eine Reise oder besser eine Grand Tour antraten. Sie wollten sich zum einen bilden und auch ihren Horizont um viele Gedanken weiter bringen.
  • Doch auch andere Anlässe kamen für die Durchführung dieser Reiseform in Betracht. Wenn nun jemand erkrankt war, so erhoffte er sich mitunter von dieser Reise erhebliche Besserung, da es gerade im Süden von Europa viele Wallfahrtsorte gibt.
  • Die Kunstliebhaber unter den Reisenden hielt natürlich in den Metropolen der Kunst Ausschau nach schönen Werten.